Aktuell in der Botschaft

Im Sommer soll Vorprojekt vorliegen

An seiner GV konnte der Verein «Doppeltür» auf ein erfolgreiches Jahr zurückschauen – sowohl was Fundraising als auch Projektentwicklung anbelangt. Der Vortrag von Kunsthistorikerin Edith Hunziker hat jedoch klargemacht, dass das Wissen zum Phänomen «Doppeltürhaus» teilweise revidiert werden muss.

LENGNAU (tf) – Das Projekt «Doppeltür» ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte – und das war es praktisch von allem Anfang an. Innerhalb von wenigen Jahren ist aus einer ersten Idee ein Vorhaben geworden, an dem zahlreiche Kreise intensiv mitwirken und das bereits in der Phase der Umsetzung steht. Und: Die Erfolgsgeschichte hält an, es geht weiter vorwärts. Diese Erkenntnis hat die Generalversammlung von Mittwochabend deutlich untermauert. Das Jahr 2019 war für den Verein «Doppeltür» erneut ein äusserst erfolgreiches Jahr.
   Nachdem der Verein im Oktober 2018 im Rahmen einer ausserordentlichen GV grünes Licht gab für den Kauf des «Hauses am grossen Platz» im Dorfzentrum von Lengnau – der Erwerb der Liegenschaft von Claudia Degen(-Müller) erfolgte kurz darauf – konnte das Projekt «Doppeltür» im 2019 erneut grosse Schritte nehmen. Neben einer sanften Sanierung des Erdgeschosses des künftigen Besucherzentrums und ersten Anlässen vor Ort, hat das in Lengnau gut bekannte Architekturbüro Sidler Architekten aus Baden erste Projektskizzen entwickelt. Diese im Spätsommer vorliegenden Entwürfe zeigten, dass es verschiedene Optionen gibt für eine spätere Nutzung des Gebäudes als Besucherzentrum «Doppeltür». So könnte das Haus beispielsweise auf seiner Hinterseite gegen die Mikwe hin ausgebaut und um ein unterirdisches Auditorium, das auf Höhe Mikwe endet, ergänzt werden. Vorstandspräsident Lukas Keller betonte, dass dies erste Ideen seien, erklärtes Ziel sei, dass diese Skizzen bis im Sommer 2020 zu eigentlichen Vorprojekten ausgearbeitet werden. Ebenfalls im Jahr 2019 hat der Vorstand einen zweieinhalbtägigen Workshop durchgeführt zum Thema «Dialog» und einen Newsletter «Doppeltür» ins Leben gerufen. Und, das Projekt Doppeltür wurde durch den Bund auf die Liste der «Lebendigen Traditionen der Schweiz» gesetzt. Es gehört ab sofort zum immateriellen Kulturerbe des Landes, der Verein darf darum auch entsprechendes Logo tragen.

Rheintalbahn-Idee – Verbände fühlen Puls

Die Aargauer Regierung wehrt sich hartnäckig dagegen, eine Wiederbelebung der Rheintalbahn ernsthaft zu prüfen. Die Planungsverbände Fricktal Regio und Zurzibiet Regio glauben aber weiterhin an die Chancen einer solchen Direktverbindung Winterthur-Basel. Am Donnerstag wollten sie wissen, was die Gemeinderäte von der Idee halten.

LEIBSTADT (tf) – «Wir setzen uns weiter dafür ein, auch wenn wir einsehen müssen, dass die Rückendeckung der Regierung nicht gegeben ist» – eine Aussage, die am Donnerstagabend im Rahmen des Anlasses im Informationszentrum des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL) gefallen ist. Im Fokus des Abends stand die Idee der Wiedereröffnung der Bahnlinie Laufenburg-Koblenz. Mit der Reaktivierung dieser «Rheintalbahn» würde eine Mitte der 1990er-Jahre geschaffene Lücke im SBB-Personenverkehrsnetz wieder geschlossen – und damit eine direkte Bahnverbindung zwischen Winterthur und Basel (entlang des Rheins) ermöglicht.
   In den öffentlichen Fokus rückte die Idee in einer ersten Phase aufgrund der Initiative der Arbeitsgemeinschaft Pro WiBa (Pro Winterthur-Basel). In den letzten Monaten hat in der Region vor allem die CVP des Bezirks Zurzach das Anliegen aufgegriffen und mehrere überparteiliche Veranstaltungen durchgeführt. Inzwischen hat die Arbeitsgemeinschaft Pro WiBa ihren Sitz offiziell nach Bad Zurzach verlegt und eine Resolution gefasst, mit der sie sich für die Wiederbelebung der Bahnlinie einsetzen möchte.
   Veranstalterin des Anlasses von Donnerstagabend waren für einmal aber nicht die Vertreter der CVP respektive der Arbeitsgemeinschaft, sondern die beiden Regionalplanungsverbände Fricktal Regio und Zurzibiet Regio. Sie setzen sich im Verbund für das Anliegen ein und sehen in einer Wiedereröffnung der Bahnlinie zwischen Koblenz und Laufenburg Potenzial für Verbesserung der verkehrsmässigen Erschliessung und die Entwicklung der beiden Regionen. Mit dem Informationsanlass wollten sie zum ersten Mal die Gemeinderäte der Anrainergemeinden der Rheintalbahn zum Stand der Dinge und über die Ergebnisse einer in Auftrag gegebenen Studie des Büros Metron ins Bild setzen. Ausserdem wollten die Präsidenten Felix Binder (Zurzibiet Regio) und Christian Fricker (Fricktal Regio), zusammen mit Vertretern ihrer Vorstände den Puls fühlen, Meinungen abholen und herausspüren, ob weiteres Engagement in der Sache erwünscht ist.

Der Schrank des letzten Komturs

Ignaz Balthasar Willibald Rinck von Baldenstein (1721?-?1807) war der letzte Komtur der Leuggermer Johanniterkommende. Hinterlassen hat er unter anderem einen dreiteiligen Schrank. Vergangene Woche wurde das 250-jährige Möbel zurück ins Kirchspiel gebracht.

LEUGGERN (tf) - Heute ist der Begriff nicht mehr geläufig, vor einigen hundert Jahren aber gehörten die Komturen zu den mächtigsten und reichsten Menschen der Region. Sie verwalteten die sogenannten Johanniterkommenden. Der Johanniterorden respektive Malteserorden, entstand nach der Eroberung Jerusalems um 1100, kannte Ritter, Priester und Brüder und war nach einer ersten Ausbreitungswelle aufgeteilt in sogenannte Zungen. Diese Zungen wiederum waren aufgeteilt in Grosspriorate. Das Grosspriorat Deutschland umfasste gegen 30 Johanniterkommenden in der Schweiz und in Süddeutschland. Im Unteren Aaretal und Kirchspiel existierten ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gleich zwei dieser Johanniterkommenden, eine in Leuggern und eine in Klingnau. Sie waren um 1250 kurz nacheinander gegründet worden und bildeten separate Verwaltungseinheiten.
   Die Kommende in Klingnau lag im Gebiet des Bistums Konstanz, die Kommende in Leuggern lag im Gebiet des Bistums Basel. Geleitet wurden die Kommenden dennoch von ein- und demselben Komtur. Ganz zu Beginn residierte der Komtur in Leuggern, nur 20 Jahre nach der Gründung der Leuggermer Kommende siedelte er aber nach Klingnau über. Ein paar Generationen später wechselte einer der nachfolgenden Komture nach Streitigkeiten etwa um 1415 wieder zurück nach Leuggern. Fortan (und bis zur Auflösung der Kommende im Jahr 1806) wohnten die Komture in Leuggern, im Vorgängergebäude des heutigen Spitals.
   Der allerletzte dieser Komture war Ignaz Balthasar Willibald Rinck von Baldenstein. In alten Dokumenten wird der Name auch mit «gg» geschrieben, also «Ringg von Baldenstein». Bei den Rinck von Baldenstein handelte es sich um eine Bündner Adelsfamilie, die im Laufe der Jahrhunderte mehrere Familienzweige ausbildete. Ignaz Balthasar Willibald gehörte zum Basler Zweig der Adelsfamilie. Dem Johanniterorden aufgeschworen wurde er im Alter von 13 Jahren, 19 Jahre später, am 30. Mai 1753, wurde er zum Komtur der Johanniterkommende Leuggern. Dieses Amt hatte er bis zur Auflösung der Kommende inne und stieg parallel dazu noch bis zum Grossprior des Grosspriorats Deutschland und damit zum Reichsfürst auf.

1. Platz für Asylsuchende am Hair-Cup

Liza Omid Mohammad, die seit fast vier Jahren in der kantonalen Asylunterkunft in Felsenau wohnt, belegt den sensationellen ersten Rang in der Kategorie «Klassische Ballfrisur».

LEUGGERN (sf) - Vergangenes Wochenende fand bereits zum 46. Mal der Aargauer Hair-Cup statt. 130 angehende «Figaros» zeigten im Zentrum Bärenmatte in Suhr ihr Talent und massen sich in ihrem Können. Von 30 Teilnehmenden in ihrer Kategorie erreichte Liza Omid Mohamad aus dem Irak den ersten Platz. Sie absolviert seit dem August 2019 eine Lehre im Coiffeursalon Huber in Turgi. Seit geraumer Zeit begleiten Eva und Hansjörg Kuhn Liza und ihre Schwester Lina auf ihrem Weg, sich in der Schweiz zu integrieren. «Wir sind sehr stolz auf Liza und diesen tollen Erfolg - sie ist das beste Beispiel für gelungene Integration.»

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