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Die Botschaft

Die Botschaft unter dem Arm

 

Jüdischer Kulturweg - ein Jubiläum als Mahnruf

Am Sonntag wurde auf 10 Jahre jüdischer Kulturweg angestossen. Die Musikgesellschaft Endingen spielte den Ruth Dreifuss-Marsch und mehrere Redner überbrachten Grussworte, so auch Landammann Urs Hofmann.

LENGNAU (tf) - Gratulation und Dank, Erinnerung und Appell, Ausblick und Hoffnung: Der offizielle Festakt zum 10-Jahr-Jubiläum des jüdischen Kulturwegs Endingen-Lengnau bot ein bisschen von allem. Franz Bertschi, Gemeindeammann von Lengnau, sprach von einem Freudentag für die Gemeinden Endingen und Lengnau. Der jüdische Kulturweg sei eine Erfolgsgeschichte wie sie ihresgleichen suche. Das untermauerte Susanne Holthuizen, Leiterin der Betriebskommission des jüdischen Kulturwegs. Sie sprach von über 30000 Besuchern in zehn Jahren, heute seien sechs Guides im Einsatz und sogar ein Modul für Schulen gebe es inzwischen. Eine andere Welt als jene, die Holthuizen als Schulkind vor 40 Jahren in Lengnau erlebte. Es sei, so Holthuizen, ein Lengnau gewesen, in dem die Geschichte der Surbtaler Juden nicht vorgekommen sei. Heute sei das zum Glück anders. Das Surbtal sei kein blinder Fleck mehr, sei auf der Landeskarte der Schweiz angekommen. Die aussergewöhnliche Geschichte der jüdisch-christlichen Koexistenz sei präsent und allgegenwärtig. «Heute kennt jedes Schulkind von Lengnau die besondere Geschichte des jüdisch-christlichen Zusammenlebens im Surbtal.»

Geduld zahlt sich aus

Roy Oppenheim, der zum Schluss der Veranstaltung für sein grosses Engagement in der Sache des jüdischen Kulturwegs und des Projekts «Doppeltür» geehrt wurde, schilderte den langen Weg zu deren Aufbau. Man habe viel Geduld gebraucht. Den Durchbruch, den habe man erreicht als man begann, die Geschichte der Surbtaler Juden nicht mehr als rein jüdische Geschichte zu betrachten und stattdessen das jüdisch-christliche Zusammenleben in den Fokus zu rücken. Von 2002 an, so Oppenheim, sei es mehrheitlich aufwärts gegangen, trotzdem habe es aber immer wieder die Initia­tive Einzelner zum richtigen Zeitpunkt gebraucht. Widerstände habe es wiederholt gegeben, Rückschläge ebenfalls. Als der jüdische Kulturweg bereits fünf Jahre lang existierte, sei das geschichtsträchtige Gebäude der Mazzenbäckerei - das lange Zeit für das Projekt eines «Hauses der Toleranz» im Gespräch war - einem Neubauprojekt zum Opfer gefallen. Heute könne man sich nicht mehr erklären, wie alle Verantwortlichen dem Rückbau dieses Hauses zustimmen konnten. Gleichzeitig sei die gesamte Episode eine Art Weckruf gewesen - ein Weckruf, der letztlich die Geburt des kantonal und national wahrgenommenen Projekts «Doppeltür» ermöglicht habe. Unter dem Strich blieb nach Oppenheims Rück- und Ausblick die Erkenntnis, dass schon viel passiert ist, dass sich aber auch noch viel machen lässt. Man ist im Surbtal, was die Dokumentation und die Bewältigung der gemeinsamen jüdisch-christlichen Vergangenheit anbelangt, noch lange nicht am Ziel.



Die ausführlichen Berichte finden Sie in der aktuellen Ausgabe 69

 



Aktuell in der Botschaft

17.06.2019

Genuss und gute Gesellschaft

Am zweiten Siglistorfer Streetfood-Markt konnten Besucherinnen und Besucher eine kulinarische Weltreise erleben, die so manche Köstlichkeit offenbarte.

Volgladen schliesst

Es ist so weit: Die Landi Surb schliesst den Volgladen in Böttstein auf Ende Jahr.

Erfolgreiche Gemeinschaft zelebriert

Die Feier zum 35-jährigen Bestehen des Ökumenischen Zentrums in Ehrendingen hat das Gemeinschaftliche betont, Gläubige zusammengebracht und an die Wichtigkeit des guten Zuhörens erinnert.