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Die Botschaft

Die Botschaft unter dem Arm

 

Ein Haus, eine Segnung und eine Festschrift

Das Kaiserstuhler Pfarrhaus hat ein Jahrhundert auf dem Buckel. Am Samstag wurde angestossen auf ein besonderes Gebäude an besonderer Lage - und auf einen neuen Pfarrhausgarten.

KAISERSTUHL (tf) - Kurz vor halb fünf Uhr war es so weit: Pastoralassistent Stefan Günter war mit dem Weihrauchfass eben noch durch den neugestalteten Pfarrhausgarten gegangen, jetzt griff er zum Aspergill. Das ist ein Borstenwedel, mit dem er den neuen Kräutergarten in sanften Bewegungen mit Weihwasser besprengte. Fünf Armbewegungen später war es besiegelt: Der Garten war nun offiziell gesegnet und steht fortan unter Gottes Schutz.
   Die Segnung - ein Ritual, mit dem im Falle des Kaiserstuhler Pfarrhauses unter anderem ein besonderes (Senioren-)Projekt seinen würdigen Abschluss fand. Anlässlich des zu feiernden 100-Jahr-Jubiläums des Pfarrhauses hatte die Kirchenpflege den Entscheid gefasst, die bereits 2017 ausgeführten kleineren Renovationsarbeiten am Gebäude mit einer Neugestaltung des Pfarrhausgartens abzuschliessen. Es sollte etwas Nachhaltiges geschaffen werden, aber ohne, dass noch Unmengen an Geld ausgegeben würden. Es entstand ein Freiwilligenarbeitsprojekt. Ein Team mit zehn Seniorinnen und Senioren um Kirchpflege-Vizepräsident Hanspeter Bräm, Zita Ehrensperger und Richard Angehrn kam im Frühjahr an mehreren Samstagen zusammen und gestaltete in über 100 Stunden Arbeit einen ganz neuen Garten. In Absprache mit den aktuellen Mietern des Pfarrhauses wurde beschlossen, einen hinteren, nicht öffentlichen Teil des Gartens zu schaffen. Dieser sollte hauptsächlich aus Magerwiese bestehen. Im vorderen Teil des Gartens, der öffentlich zugänglich bleiben soll, sollte derweil ein Kräutergarten angelegt werden. Mit Hinweisen zu den einzelnen Kräutern, ganz im Sinne eines kleinen Lehrpfads. Das Ergebnis kann als vollends geglückt bezeichnet werden.

Ein Pfarrhaus und seine Vorgänger

Dass die Pfarrei St. Katharina Kaiserstuhl-Fisibach-Weiach heute überhaupt über ein 100-jähriges Pfarrhaus verfügt, ist keineswegs selbstverständlich - und auf das Zusammenwirken mehrerer äusserer Faktoren zurückzuführen. Das erfährt, wer im druckfrischen Büchlein «100 Jahre Pfarrhaus Kaiserstuhl 1918-2018» blättert, welches ebenfalls am vergangenen Wochenende in Kaiserstuhl an die Besucher der Einweihung des neuen Gartens abgegeben wurde. In der kleinen Jubiläumsschrift ist unter anderem nachzulesen, dass das heutige Pfarrhaus Vorgänger hatte. Aber dass - anders als bislang angenommen - das frühere Zollhaus nicht schon immer als Pfarrhaus diente, sondern «nur» für die Zeit zwischen 1840 und 1917. Davor wechselte der Standort des «Pfarrhofs» offenbar mehrfach und befand sich eine zeitlang ziemlich sicher hinter der Stadtkirche, an der Unteren Kirchgasse respektive dort, wo man heute von «hinter der Kirche» spricht, bei der östlichen Stadtmauer. Den Namen «Pfarrhofgässli» trägt das Gässchen, das dort vorbeiführt, also nicht zufällig.
   Nachdem das letzte dieser «alten» Pfarrhäuser abgebrannt war, soll der Pfarrer eine Zeitlang sogar im Schloss Röteln gewohnt haben, bevor er ins Gebäude direkt bei der Brücke zog - gegenüber der heutigen «Fischbeiz» - und es als Pfarrhaus nutzte. Als entlang der Rheingasse im Jahr 1861 gleich elf Häuser auf einen Schlag abbrannten, wurde das Pfarrhaus zwar verschont, trotzdem ergriff die katholische Kirchgemeinde Kaiserstuhl-Fisibach die Chance, als die von der Brandkatastrophe betroffenen Familien einen Wiederaufbau ihrer Gebäude nicht finanzieren konnten und wegzogen. Die Kirchgemeinde konnte einen Teil des Landes auf der nun brachliegenden Fläche direkt am Rhein kaufen.



Die ausführlichen Berichte finden Sie in der aktuellen Ausgabe 123

 



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