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Die Botschaft

Die Botschaft unter dem Arm

An der Kruggasse wird die Energiezukunft erprobt

Theres und Philipp Germann-Tillmann haben ihr altes Bauernhaus in den vergangenen acht Jahren zu einem kleinen Sonnenkraftwerk mitten in Siglistorf umgebaut.

SIGLISTORF (tf) - Ein zentrales Element ihrer Energielösung ist ein neuartiger, sehr grosser Batteriespeicher, der in Privatliegenschaften bisher kaum eingebaut wurde und während 48 Stunden einen autarken Notstrombetrieb ermöglicht.
   Ein Schnellschuss war es sicher nicht. Bevor Theres und Philipp Germann-Tillmann im Herbst 2009 den Entscheid fassten, ihr altes Bauernhaus an der Kruggasse in mehreren Schritten energietechnisch zu sanieren, hatten sie sich zuvor intensiv mit der Materie auseinandergesetzt. Natürlich hatten sie die Grundpfeiler der bundesrätlichen Energiestrategie 2050 geprüft und nachvollzogen, sie hatten aber auch abgewogen, welches die Vor- und Nachteile der Photovoltaik sind und wann ein Einsatz der Sonnenenergie ökologisch vertretbar ist. Zudem hatten sie mit Experten über Sinn und Nutzen einer grossen Batterie im Keller ihres Hauses gesprochen und sie hatten schliesslich abgeklärt, ob das nicht ganz risikofreie Unterfangen einer energietechnischen Sanierung auch aus finanzieller Sicht zu stemmen sei. Eng begleitet auf seinem Weg wurde das Ehepaar durch die Firma Laube-Solar GmbH aus Böbikon und ihre Mitarbeiter.

Der Weg ist das Ziel

Wer heute an der Kruggasse auf einen Besuch vorbeischaut, merkt bald, dass hier in kurzer Zeit sehr viel gegangen ist. Aus dem im Juli 2009 erworbenen alten Bauernhaus ist in nur acht Jahren ein kleines Sonnenkraftwerk mitten in Siglistorf geworden. Der erste von vielen Schritten erfolgte bereits kurz nach dem Kauf der Liegenschaft. Theres und Philipp Germann-Tillmann, die bereits seit 2000 als Mieter in der Liegenschaft gewohnt hatten, wussten, dass im Bereich der Heizung grosses Sparpotenzial bestand. Der Holzverbrauch für den Tiba-Ofen, der das ganze Haus heizt, lag zu Mietzeiten bei rund 22 bis 25 Ster Holz pro Jahr. Mit der Montage von thermischen Solarkollektoren im Herbst 2009 sowie wärmedämmenden Massnahmen (neue Fenster, Estrichboden, Kellerdecke, Aussenwände) konnte im Sinne eines ersten Schritts dieser Holzverbrauch dauerhaft um rund die Hälfte, auf 12 Ster Holz, verringert werden. Das Rückgrat der thermischen Solaranlage, bestehend aus 20 Quadratmetern Sonnenkollektoren, sind zwei 1000 Liter fassende Wasserspeicher und ein 300-Liter-Boiler, die im Keller der Germann-Tillmanns eingebaut wurden. Von Photovoltaikzellen auf dem Dach, so Theres Germann-Tillmann, habe sie zwar schon damals geträumt, nur bezahlbar seien diese damals für sie noch nicht gewesen. Hinzugekommen sei, dass man mit solchen Ideen in Siglistorf und im Studenland vor 2012 auf weiter Flur ziemlich alleine stand. Erst die Ereignisse von Fukushima und die Energiestrategie 2050 brachten hier so etwas wie ein Umdenken, zumindest bei einigen. Spätestens seit der Abstimmung im Mai dieses Jahres scheint klar, dass die Schweiz den Weg der Energiestrategie weitergehen will, wenn auch die Ablehnung gegen den bundesrätlichen Energiekurs im Zurzibiet nach wie vor gross ist.
   Das Ehepaar Germann-Tillmann hat kein Problem damit, im Zurzibiet gegen den Strom zu schwimmen und hat weiter «aufgerüstet». Auf dem Dach ist die einst gewünschte Photovoltaikanlage inzwischen installiert worden - und es ist nicht irgendeine Photovoltaikanlage. Das Ehepaar entschied sich, auf das Dach der Scheune eine grosse Photovoltaikanlage zu montieren, die normalerweise für ein Vier-Familienhaus ausreichen würde. Die SMA/BenQ-Anlage weist eine Peak-Leistung von 19.98 kWp auf, was an einem durchschnittlichen Tag in einem Tagesertrag von doch eindrücklichen 60 kWh mündet. Wenn schon, so die Germann-Tillmanns, dann gerade richtig.



Die ausführlichen Berichte finden Sie in der aktuellen Ausgabe 145

 



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