Bürli AG

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Die Botschaft

Die Botschaft unter dem Arm

Nüsse, Quitten und Kanonenkugeln

In Ruedi Märkis Fährhaus ist die «Übereschüsset» lebendig. Er besitzt die Kopie einer wenig gezeigten Lithografie, und die Bruchstücke von Kanonenkugeln, die er beim Umgraben im Garten findet. Sie sind Zeugen der Ereignisse von 1799.

KLEINDÖTTINGEN (uz) - In seinem Garten blühen Dahlien, Sonnenhut und Königskerze, er kann Nüsse ernten, Quitten und Feigen und stösst hin und wieder auf Kanonenkugeln. Nicht auf unbeschädigte allerdings, sondern nur auf Bruchstücke, denn die Kugeln zu Napoleons Zeiten waren nicht einfach nur massiv, sondern hohl und mit Schwarzpulver gefüllt. Sie explodierten beim Einschlag. Dass Ruedi Märki solche Bruchstücke findet, ist kein Wunder, denn sein Garten lag bei der «Übereschüsset» von 1799 in der Schusslinie der Österreicher.
   Märki gehört das ehemalige Kleindöttinger Fährhaus. Er liebt es und kennt seine Geschichte. Das Fährhaus steht am Dammweg, direkt am Aareufer, da wo einst die Fähre war. Den Dimensionen des Hauses sieht man seine ursprüngliche Bedeutung an: Es ist stattlich und hoch. Vor dem Bau der ersten Brücke wickelte sich der Personen- und Güterverkehr über die Flussfähre ab und brachte den Fährleuten guten Verdienst. Im Haus wurden auch Güter zwischengelagert und die Katzenkopfpflästerung in den Gewölben des Parterres, eine Art Kopfsteinpflaster aus Flussgeschiebe, lässt auf ehemalige Pferdestallungen schliessen.

Seit 1950 im Familienbesitz

«Als die Ära der Fähre und der Fährleute endete, bewohnte ein Gerber das Haus und betrieb hier sein Handwerk», sagt Märki und erzählt, dass er im Garten auf die Einfassung der einstigen Gerbgrube stiess. Weiter weiss er, dass während der Baujahre des Wasserkraftwerks in der Beznau die Büros der Bauherrschaft im Haus untergebracht gewesen seien, und dass sein Schwiegervater die Liegenschaft in den 1950er-Jahren übernommen habe. «Später ging sie auf meine Frau und mich über», erzählt er und berichtet dann von all den Arbeiten, die er seither im und am Haus vorgenommen hat. Man spürt es, das Fährhaus liegt Ruedi Märki am Herzen und in das Gebäude und seine Umgebung hat er viel Geld, Zeit und Arbeit investiert. Nicht wenige der Renovationsarbeiten führte er gleich selber aus und man könnte meinen, Märki sei Handwerker von Beruf, ein Maurer vielleicht, ein Schreiner oder Maler. Aber dem ist nicht so. Märki arbeitete als Bäcker, Briefträger und Sigrist. Den grössten Teil seiner Berufsjahre lebte er in der Stadt Zürich und das Fährhaus bewohnt er erst seit seiner Pensionierung.



Die ausführlichen Berichte finden Sie in der aktuellen Ausgabe 98

 



Aktuell in der Botschaft

24.08.2016

Ein Besuch auf dem Papa Moll-Set

Seit Tagen steht in der Barz ein Zirkus. Er dient dem Filmteam des neuen Papa Moll-Films als Kulisse. Am Montag durfte die Presse die Dreharbeiten "live" miterleben.

Start ins neue Schuljahr

Im Kanton Zürich hat diese Woche das neue Schuljahr begonnen. In Weiach dabei sind die Kinder aus Fisibach und Kaiserstuhl. Weil in Weiach Schulraum fehlt, bleibt eine Kindergartenabteilung vorerst in Fisibach.

Prominenter Filmemacher im Flecken

Der Ägypter Ramses Marzouk ist ein international bekannter Fotograf und Filmemacher. Zurzeit realisiert er einen Dokumentarfilm über die heilige Verena. Vor zwei Tagen war er im Flecken unterwegs.