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Das Stromnetz unter die Lupe genommen
Das Netz ist das Herzstück der Schweizer Stromversorgung, und dennoch wird wenig darüber gesprochen. An der Energietagung des PSI war das für einmal ganz anders.
VILLIGEN (tf) - «Es braucht einen Marschallplan für die Energie», zitierte Joël Mesot den ETH-Rat zum Auftakt der Energietagung am Paul Scherrer Institut (PSI) und betonte zugleich, dass bei allen Hoffnung machenden Ansätzen nach wie vor viele Energie- und Netzfragen offen seien. Der Teufel, so Mesot, der stecke, wie so oft, auch in diesem Fall im Detail. Dass die Herausforderung gross ist, diese Meinung teilt auch Bundesrätin Doris Leuthard. Im Gegensatz zum Klima und Wetter aber könne auf das Netz durchaus Einfluss genommen werden. Wichtig sei, dass jetzt alle an einem Strick zu ziehen begännen anstatt sich in politischen Grabenkämpfen zu bewegen, ansonsten sei die Herausforderung nicht zu meistern.
Enormer Nachholbedarf - Milliardeninvestitionen ins Netz
Ein Netzausbau sei so oder so unabdingbar. Es bestehe, so Leuthard, immenser Nachholbedarf. Viele der Netze seien älter als 40 Jahre, müssten erneuert, ausgebaut, für die Integration von neuen erneuerbaren Energien fit gemacht werden und darum zum Teil in einer komplett neuen «Architektur» geplant werden. Smart grid ist hier nur ein Stichwort, das sinnbildlich dafür steht, dass die bundesrätliche Strategie auf technologischen Fortschritt setzt. Wie das «fit machen» konkret aussieht, wird demnächst in einer «Strategie Stromnetze» vorgestellt. Schon jetzt ist aber absehbar: Bei diversen Elektrizitätswerken fehlen die Rückstellungen für diese Investitionen. Das ist beunruhigend. Immerhin beziffert das Uvek die Investitionssumme im Bereich der Verteilnetze bis 2050 auf zwischen vier bis zwölf Milliarden Franken. Hinzu kommen weitere sechs Milliarden Franken für das grosse Übertragungsnetz. Das Geld aber sei nur die eine Hürde. Eine weitere sind zum Beispiel die langwierigen Verfahren bis zum eigentlich Netzbau. Hier ist für Doris Leuthard klar: «Die Verfahren müssen beschleunigt und vereinfacht werden.»

Die ausführlichen Berichte finden Sie in der aktuellen Ausgabe 57





