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Tag 10 - Tschüss Deutschland, hallo Holland

101 Kilometer von Orsoy über die Grenze nach Arnhem

Ich auf der Fähre, HollandAusgerechnet bei der Abfahrt in Orsoy (WES) beginnt es zu tröpfeln. Aber zum Glück nicht lange, bis am Abend hole ich mir sogar einen leichten Sonnenbrand. Nach viel städtischem Gebiet von Bonn bis Duisburg, wird es nun wieder ländlicher. Einzelne grosse Industrieanlagen gibt es immer noch zu sehen, zum Beispiel die Solvay-Fabrik in Rheinsberg oder das ehemalige Kernkraftwerk Kalkar, das heute ein Hotel und Freizeitpark ist. Sonst wieder viele Dämme, Kühe und Schafe auf der Weide und grosse Bauerngüter. Stadt dampfender Kühltürme sind nun Windräder zu sehen.

Immer mehr Häuser sind unverputzt und aus braunen Backsteinen gemauert. Auch viele Namen tönen norddeutsch wie Kleve (KLE), Eversael, Veen, Rees, Hönnepel oder Niedermörmter und Obermörmter. In Büderich lese ich plötzlich ein Werbeplakat aus der Heimat: „Hinz und Kunz – Unterwindisch macht Theater“. Das Velo, an dessen Körbchen das Plakat befestigt ist, gehört einer Windischerin, die mit noch zwei Windischern von Mainz nach Rotterdam unterwegs ist. Sie haben mich auch gleich als Schweizer erkannt, mit meinem Zurzibieter Velotrikot.

 

Römische Nordgrenze

In „Colonia Ulpia Traiana“, dem heutigen Xanten, machen wir einen längeren Halt. Über Jahrhunderte war der Rhein die Grenze des römischen Reiches gegen das rechtsrheinische Germanien. Seit der Zeit um Christi Geburt waren auf dem Fürstenberg bei Xanten zwei Römische Legionen stationiert. Verschiedene Teile der Stadt, wie ein Amphitheater oder die Stadtmauer, sind ausgegraben und teilweise nachgebaut worden. Lange Wege und Baumreihen lassen die Dimensionen der Römerstadt erahnen. Weitere Attraktionen von Xanten sind grosse Windmühlen, der Dom sowie die Nordsee und die Südsee, zwei Seen wo man Baden, Windsurfen und Boot fahren kann.

Frikandel und DJ Bobo

Gerade noch rechtzeitig für die letzte Fähre um 18 Uhr erreichen wir Millingen aan de Rijn. Das schöne Kaffee am Grenzort lassen wir links liegen. In Pannerden, einem schmucken niederländischen Dörfchen, gehen wir was essen. Frikandel, eine Art Wurst, mit Frieten, also Pommes Frites. Wie hier üblich mit Mayonnaise. Im Radio läuft DJ Bobo; der übrigens als René Baumann in Kölliken die Lehre in der Bäckerei gemacht hat, wo meine Grosseltern immer das Brot kauften. Aber das nur nebenbei. Die Stadt Arnhem (Provinz Gelderland S) scheint mir sehr velofreundlich. Es gibt viele Velospuren, wobei leider auch Töfflis, inklusive Pizzakuriere, die Velorouten nutzen dürfen.

Ruhiger WM-Abend

Im Old Dutch am „Stationsplein“ übernachten wir, gleich gegenüber des Bahnhofs, der gerade eine neues Dach erhält. So ähnlich wie „die Welle“ in Bern. Im Hotelzimmer haben wir das Finalspiel Deutschland-Argentinien verfolgt. Auch in den Beizen lief hier das Spiel, aber es war ruhig, sehr ruhig draussen. Sicher war es am Samstagabend beim Hollandspiel weniger ruhig, Häuser mit orangen und blau-weiss-roten Fähnchen haben wir einige gesehen. Aber gestern waren wir ja noch in Deutschland.

 

geradelte Strecke

Tag 12

H – N - H

Tag 11

S – P - L

Tag 10

WES – KLE – S

Tag 9

K – ME – D – DU - WES

Tag 8

ME - K

Tag 7

AW - BN – K – ME

Tag 6

RÜD-GOA-KO-AW

Tag 5

SP-MA-LU-AZ-MZ-WI-RÜD

Tag 4

SP

Tag 3

67 – GER – RP - SP

Tag 2

FR – 68 – 67

Tag 1

AG – WT – LÖ – BS – LÖ – 68 – FR