Bürli AG

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Tag 6 - Regen, Regen, Regen

118 Kilometer von Eltville durch die Loreley nach Koblenz und Bad Breisig.

Zusammenfluss Deutsches EckWetter noch mieser als gestern, dabei fahre ich heute durch den schönsten Teil des Rheintals, Das „obere Mittelrheintal“ gehört nicht umsonst zum Unesco-Welterbe. Alte Schlösser und Burgen gleich im Dutzend säumen den Weg. Busweise reisen Touristen zum berühmten Loreley-Felsen, wo eine Nixe ihre langen, goldenen Haare kämmte und die Schiffer mit ihrem Gesang betörte. Diese achteten nicht mehr auf den Kurs und ihre Schiffe fuhren auf den Felsen. Viele Signale regeln heute den Schiffsverkehr. Eindrücklich, wie die teilweise riesigen Schiffe durch das enge Flusstal manövrieren, mit Riesenladungen von Autos, Containern oder Schüttgut.

Auf der Bahnlinie brausen Güterzüge vorbei, zum Beispiel mit Ladungen von Bertschi Dürrenäsch. Die sehe ich sonst, wenn ich übers Birrfeld nach Zofingen fahre. Immer wieder treffe ich auf andere Velofahrer – man grüsst sich. Fussgänger sieht man kaum, nur „Hündeler“. Denn schliesslich wollen Hunde auch bei schlechtem Wetter raus. Mehrmals sehe ich Feldhasen über den Weg hoppeln. Und Ratten in Löcher verschwinden. Meine Schuhe sind nicht sehr dicht und saugen sich mit Wasser voll. Ich bin froh, dass ich heute die wärmeren Radlerhosen mit langen Beinen und Hosenträgern angezogen habe.

 

Nach Pausen braucht es Überwindung, wieder loszufahren und gegen Wind und Wetter anzukämpfen. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist um 17 kmh, an den andern Tagen war sie um 20 oder 22. Von Rüdesheim nach Bingen überquere ich den Rhein mit der Fähre. Es gibt in diesem Streckenabschnitt des Rheins fast mehr Fähren als Brücken. Dazu verschiedene Gesellschaften, die Passagiere befördern. Ein Ehepaar aus dem Ruhrgebiet, das im gleichen Hotel wie ich geschlafen hat, nimmt das Schiff der Rheinschifffahrtsgesellschaft „Köln-Düsseldorfer“ ab Eltville. Sie erzählen mir, dass ihre Tochter in Brittnau wohnt und in Rothrist in einem Möbelhaus Küchen verkauft. Kleine Welt; in Rothrist habe ich auch schon mal gearbeitet.

Ein Schild weist darauf hin, dass die Myriametersteine 1864 nach einer Convention der Rheinstaaten Schweiz, Baden, Frankreich, Bayern (Pfalz), Hessen, Nassau, Preussen und Niederlande aufgestellt wurden. Viele stehen noch heute. Bei Boppard steht auch der Stein, der die Mitte der 828 km langen Strecke zwischen Basel und Rotterdam markiert.

In Koblenz mache ich Fotohalt am „Deutschen Eck“. Hier fliesst die Mosel in den Rhein, der damit endgültig vom Fluss zum Strom wird. Von hier beisse ich nochmals 30 Kilometer durch und erreiche Bad Breisig, wo ich im Hotel Quellenhof ein Zimmer beziehe. Ich gehe gleich in die Römertherme, wo ich mich im Thermalwasser von den Strapazen erhole. Danach Fussball. Schade, dass die Holländer ausgeschieden sind; ich hätte zu gerne einen „Oranje-Final“ in den Niederlanden erlebt.

 

geradelte Strecke

Tag 12

H – N - H

Tag 11

S – P - L

Tag 10

WES – KLE – S

Tag 9

K – ME – D – DU - WES

Tag 8

ME - K

Tag 7

AW - BN – K – ME

Tag 6

RÜD-GOA-KO-AW

Tag 5

SP-MA-LU-AZ-MZ-WI-RÜD

Tag 4

SP

Tag 3

67 – GER – RP - SP

Tag 2

FR – 68 – 67

Tag 1

AG – WT – LÖ – BS – LÖ – 68 – FR