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Tag 3 - Dem Deich entlang

146 Kilometer von Strassburg nach Speyer

Nach spätem Fussball stehe ich nicht so früh auf. Franz geht auf den Zug, ich noch zum Münster. Drinnen wird gerade eine Messe gelesen. Wunderschön hallen die gregorianischen Gesänge im riesigen Innenraum der Kathedrale. Ich steige auf den Turm, 330 Stufen auf die Aussichtsplattform auf 62 Metern. Einige Leute machen unterwegs Pause. „Jetzt muesch nur no hueschte, denn hesch de Küch-Hueschte“, sagt ein Basler zu seiner keuchenden Begleiterin. Ein Spanier zeigt dem andern das Europaparlament: „Aqui es el parlamento europeo.“ Eine bunte Mischung von Touristen fotografiert sich und schaut das Werk der alten Turmuhr an. Bis in die Alpen sieht man heute nicht, aber zumindest in den Schwarzwald, die Vogesen und auf die vielen Häuser der Stadt.


Ich beschliesse, noch ein bisschen auf der französischen Seite weiter zu fahren, denn danach bin ich ja noch lange in Deutschland unterwegs. Beim Europarat mache ich ein Foto von der Schweizer Fahne, die zwischen „Sweden“ und „The former Yugoslav Republic of Macedonia“ hängt. Dahinter kommen nur noch „Turkey“, „Ukraine“ und „United Kingdom“. In der Kantonsschule haben wir mal einen Ausflug nach Strassburg gemacht. Nach ziemlich langer Wartezeit ist ein kleines, wichtiges Männchen raus gekommen und in die schwarze Limousine gestiegen. Es war François Mitterand. Beeindruckt hat mich damals, dass auf dem Weg zum Flugplatz alle 50 Meter ein Gendarm stand.
Noch kurz was zum Thema Fussball. Der „Schnàwwelpeter“ - so der Künstlername des Elsässisch-Kolumnists der DNA (Dernières Nouvelles d'Alsace) - freut sich, dass Morgan Schneiderlin an der WM mitspielt. Das ist nämlich „einer üs unserem Ländle“, also ein Elsässer.
Zurück zur Tour. Die meiste Zeit war ich heute mit Friedrich unterwegs, einem protestantischen Pfarrer aus Hassloch in der Pfalz. Er war mit Freunden auf einer Männervelotour und ging wegen seines Hochzeitstages früher nach Hause. Mit ihm fuhr ich bis Lauterbourg (67, Département Bas-Rhin), ganz in der nordöstlichsten Ecke des Elsass. Geredet haben wir über Gott und die Welt. Ich hab ihm von der Schweiz erzählt, er mir von der Pfalz. In ihrem Dialekt haben die Pfälzer einige Wörter, die auch bei uns geläufig sind, wie „Trottoir“, „vis-à-vis“ oder „Kilby“. Zu Mittag gegessen haben wir im Restaurant „La cygogne“ in Gewerbegebiet von Drusenheim. Keine schöne Umgebung, aber gemütliche Atmosphäre und gutes Essen. Störche habe ich dann in Neupotz am Rheindamm gesehen. Unter http://www.pfalzstorch.de kann man live sehen, was die Störche so treiben. In der Gegend um Karlsruhe (das ich rechts liegen gelassen habe), Germersheim (GER) und dem Rhein-Pfalz-Kreis (RP) gibt es viele Dämme. Diese werden von der „Deichmeisterei“ gemäht und gepflegt. Die ganze Anlage ist riesig. Mit der Stauung des Rheins werden Überschwemmungen weiter unten verhindert. Das gleiche Prinzip wie an der Surb in Lengnau und Ehrendingen, aber ein paar Nummern grösser. Der Rheinradweg führt über lange Strecken solchen Dämmen entlang. Es wurde heute etwas spät, bis ich in Speyer (SP) ankam. Heftiger Wind im Rücken blies mich die letzten Kilometer vorwärts, am Schluss wurde ich noch verregnet. Ich schlafe im „Hotel Speyer am Technikmuseum“.

 

 

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