Gelegenheitsschreiber finden hier Tipps zum Verfassen von Zeitungsbeiträgen. Befolgen Sie diese, werden Ihre Beiträge besser beachtet.
Titel und Lead
- Schreiben Sie bei längeren Artikeln einen Ober- und Haupttitel sowie einen Lead (Vorspann). Setzen Sie mindestens alle zwei Absätze einen Zwischentitel. Er strukturiert und lockert optisch auf. Bei kurzen Texten (bis 1500 Zeichen) braucht es nur einen Haupttitel und keine Zwischentitel.
- Schreiben Sie einen Lead, der das Wichtigste in zwei Sätzen zusammenfasst. Die Kunst beim Schreiben von Titel und Lead besteht darin, den Leser neugierig zu machen. Hier entscheidet sich, ob der Leser weiterliest. Vergessen Sie zu Beginn des Leads die Ortsangabe und Ihr Autorenkürzel nicht.
- Einen passenden Titel zu finden, kann schwierig sein. Er lässt sich leichter finden, wenn der Text schon geschrieben ist.
Inhalt und Aufbau
- Grundsätzlich gilt: Mit einem kurzen Artikel, der die wichtigen Informationen enthält, bewirken Sie mehr als mit einem langen Artikel, in den Sie zusätzlich Unwichtiges reinpacken.
- Bei einem Bericht oder einer Meldung wollen Sie über Neuigkeiten informieren. Hier gilt: Das Wichtigste zuerst, das Zweitwichtigste anschliessend etc. – Anders verhält es sich beispielsweise bei einem Artikel über eine Vereinsreise. Hier geht es ja nicht vorrangig darum, über Neuigkeiten zu informieren.
- Ein Bericht oder eine Meldung soll die sechs W-Fragen beantworten, sprich: Wer hat was wann, wo, wie und warum getan?
- Lassen Sie Selbstverständliches wie Begrüssung, Danksagung und Protokollarisches weg, konzentrieren Sie sich auf das Wichtige und Besondere. Ein Fussballreporter berichtet nicht, dass Hakan Yakin den Anstoss ausgeführt hat und dass der Schiedsrichter den Match nach 91 Minuten und 17 Sekunden abgepfiffen hat. Er berichtet hingegen, dass Yakins zwei Tore kurz vor Schluss den Match entschieden haben.
Sprache und Stil
- Schreiben Sie nicht in der „Ich“- oder „Wir“-Form, sondern in der 3. Person Einzahl. Stellen Sie sich vor, in die Rolle eines aussenstehenden Berichterstatters zu schlüpfen.
- Verwenden Sie keine Anrede wie Herr oder Frau, schreiben Sie den Vor- und Nachnamen (in dieser Reihenfolge).
- Wählen Sie eine leicht verständliche und lebendige Sprache. Vermeiden Sie Fremdwörter und Insider-Ausdrücke, die nur eine Minderheit versteht. Sie als Verfasser wollen mit jedem Wort verstanden werden. Ist das nicht der Fall, beendet der Leser die Lektüre wahrscheinlich schneller, als Ihnen lieb ist.
- Schreiben Sie Aktivsätze, vermeiden Sie Passivsätze. Ein Beispiel: „Es wurde am Abend ein Lagerfeuer entfacht.“ Besser: „Die Schüler entfachten am Abend ein Lagerfeuer.“ Die aktive Form liesst sich flüssiger. Zudem erfährt der Leser mehr. Bei diesem Beispiel, wer das Feuer entfacht hat.
- Vermeiden Sie verschachtelte Sätze. Ein Satz mit 25 Wörtern ist in der Regel zu lang. Das Lesen soll keine grosse Mühe bereiten.
- Übertreiben Sie nicht. Eine Übung der Jugendfeuerwehr ist weder ein phänomenales Ereignis noch ein Mega-Event, ein "normaler" Sieg in einem Volleyballspiel noch lange kein Meilenstein auf dem Weg zum Meistertitel.
Und nun viel Spass beim Schreiben!


